Lückenschluss der A 14, Magdeburg - Wittenberge - Schwerin

Die Neubautrasse der A 14 verläuft mit einer Gesamtstreckenlänge von ca. 154 km auf dem Gebiet der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die A 14 schafft eine leistungsfähige Verbindung zwischen Magdeburg, Wittenberge und Schwerin und bindet die Regionen Altmark, Prignitz und Ludwigslust an das großräumige Straßennetz an.

Der Streckenabschnitt der A 14 in Sachsen-Anhalt weist eine Gesamtlänge von rd. 97 km auf. Aufgrund dieser Gesamtlänge erfolgte eine Aufteilung zur Planung und Realisierung in 8 einzelne Abschnitte bzw. Verkehrseinheiten (VKE), deren Lage und aktuelle Sachstände im "Downloadbereich" zur Verfügung stehen. Es sind insgesamt 10 Anschlussstellen, eine einseitige Tank- und Rastanlage bei Dolle sowie 4 Parkplätze mit WC-Anlagen vorgesehen.

In Sachsen-Anhalt sind die Planungen zum Lückenschluss der A 14 abgeschlossen und es laufen die Verfahren zur Baurechtschaffung. In einem ersten Abschnitt (VKE 1.2) bei Colbitz rollt seit Oktober 2014 der Verkehr (siehe Fotos).

Fertiggestellter Abschnitt (VKE 1.2) bei Colbitz mit AS Wolmirstedt
A 14 (VKE 1.2), umverlegte K 1174 bei Colbitz mit AS Colbitz
Fertiggestellter Abschnitt (VKE 1.2) bei Colbitz mit AS Colbitz
BW13Ü Fledermausquerungshilfe mit seitlicher Wirtschaftswegüberführung

Fotos Quelle: Bruno Timme, VIP Ingenieurgesellschaft mbH, 2015

Für den nördlich an die VKE 1.2 angrenzenden Abschnitt bis Dolle (VKE 1.3) wurde mit der Bauvorbereitung begonnen. Baubeginn an einem Brückenbauwerk soll im Sommer 2017 sein.

Mit dem am 13.12.2016 vor dem Bundesverwaltungsgericht mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) geschlossenen gerichtlichen Vergleich für die VKE 1.4 besteht das vollziehbare Baurecht für weitere rd. 15 Kilometer (Dolle bis Lüderitz) der Autobahn.

Für alle anderen Abschnitte laufen die Baurechtsverfahren.

Bedeutung (Ziel und Zweck) des Lückenschlusses der A 14

Während der südliche Bereich des Landes mit der A 9, der A 14, der A 38, der A 143 und der B 6n über hervorragende überregionale Straßenverbindungen verfügt, auch wenn hier noch einige Lücken bestehen, fehlt es dem Raum nördlich der A 2 an vergleichbaren leistungsfähigen Verkehrsadern. Die Region zwischen den Autobahnen A 2, A 7, A 24 und A 10 ist straßenverkehrlich weit unterdurchschnittlich erschlossen und der größte autobahnfreie Raum Deutschlands.

Mit der Fertigstellung der A 14 erfolgt die Anbindung des ländlichen Raumes an das deutsche Autobahnnetz, eine bessere Verbindung zu den nord- und ostdeutschen Häfen sowie eine Anbindung an das transeuropäische Netz einschließlich guter Verbindungen nach Skandinavien.

Die Schließung dieser Lücke stellt im Verkehrsnetz eine Verbesserung sowohl für den Fern- als auch für den Nahverkehr dar. Dabei werden die zu erwartenden Verkehrsverlagerungen zu deutlichen Entlastungen der Innerortsstrecken führen. Das trägt zur Verkehrsberuhigung in den Orten und schnelleren Erreichbarkeit der Zentralen Orte bei. Die Transportkosten werden gesenkt. Der Lückenschluss ist damit ein bedeutender Standortfaktor angesichts immer kürzer werdender Dispositionszyklen der Industrie.

Sind bislang Salzwedel ca. 90 km und Stendal ca. 60 km von einer Autobahn entfernt, führt der Lückenschluss der A 14 künftig direkt an Stendal vorbei. Salzwedel liegt dann noch in einem Einzugsbereich von weniger als 40 km. Heute benötigen die Verkehrsteilnehmer in diesen Regionen im Mittel 52 Minuten Fahrzeit bis zur nächsten Autobahnanschlussstelle. Diese Fahrzeit verkürzt sich durch die Realisierung der A 14 im Mittel auf 21 Minuten und erreicht somit den allgemein üblichen Standard in Deutschland.

Der Lückenschluss der A 14 im Kontext zu Natur und Landschaft

Die Verwirklichung der Neubautrasse der A 14 ist mit Eingriffen in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild verbunden. Dabei gilt es, die sich daraus ergebenen Konflikte bereits in einem frühen Planungsstadium zu analysieren und ein darauf aufbauendes Kompensationskonzept aufzustellen. Neben den naturschutzrechtlichen Anforderungen des Arten- und Habitatschutzes auf europäischer Ebene, die in der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-Richtlinie) und der Vogelschutzrichtlinie verankert sind, müssen auch nationalrechtliche Belange des Naturschutzes beachtet werden. Darunter fällt die Eingriffsregelung gemäß Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Verbindung mit den landesspezifischen Regelungen des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (NatSchG LSA).

Insbesondere den prognostizierten Zerschneidungseffekten im überregionalen Netz der Wanderkorridore größerer Säugetiere als auch den Funktionsbeeinträchtigungen zwischen Lebensräumen von Arten auf regionaler und lokaler Ebene, wird durch Realisierung geeigneter Maßnahmen wirkungsvoll begegnet. Dazu zählt unter anderem die Bündelung der Neubautrasse mit der vorhandenen Achse der B 189 westlich der zu querenden Elbe, die eine Neuzerschneidung des Natura-2000 Gebietes „Aland-Elbe-Niederung“ verhindert. Weiterhin ist die geplante Errichtung einer Vielzahl von Tierquerungsanlagen zur ökologischen Durchlässigkeit der A 14 zu benennen. Um die funktionalen Verbindungen angestammter Lebensräume aufrechtzuerhalten, sind in der Autobahntrasse 67 Bauwerke geplant, die als Querungshilfe für wandernde Tierarten dienen. Die Überwachung der erforderlichen Funktionalität dieser sogenannten Kleintier- und Amphibiendurchlässe sowie der Grün- und Wildbrücken als Querungshilfen, erfolgt anhand regelmäßig durchzuführender Kontrollmaßnahmen.

Das Konzept der naturschutzfachlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Kombination mit vorgelagerten Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen wird dem Anspruch auf Naturverträglichkeit des Projektes, im Sinne einer „Grünen Autobahn“ gerecht. Durch umfangreiche Gestaltungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Gehölzpflanzungen entlang des Straßenkörpers oder Geländemodellierung von Böschungen/Verwallungen, kann sich die Neubautrasse der A 14 harmonisch in das Landschaftsbild der von Nutzung geprägten Kulturlandschaft einfügen. Unvermeidbare vorhabenbedingte erhebliche Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes werden durch Verknüpfung der vorgenannten Maßnahmen minimiert und entsprechend der vorgegebenen naturschutzrechtlichen und –fachlichen Erfordernisse kompensiert.

Bild 1: Gewässer als potenzielles Rohrweihenhabitat
Bild 2: Großflächiges Feldgehölz auf Extensivgrünland
Bild 3: Anlage Obstbaumreihe entlang eines Wirtschaftsweges
Bild 4: Fledermausquerungshilfe mit seitlicher Wirtschaftswegüberführung (BW13Ü)

Fotos Quelle: Landesstraßenbaubehörde (LSBB), 2015

Bild 1: Anlage eines nährstoffarmen Gewässers mit einer Größe von ca. 1.500 m²  mit Initialpflanzung eines Röhrichtgürtels im Uferbereich als geeignetes Bruthabitat für die Rohrweihe. Gleichzeitig erfolgt mit der Gewässeranlage die Umwandlung des angrenzenden Intensivgrünlandes in mesophiles Extensivgrünland durch Aushagerung.

Bild 2: Anlage eines großflächigen Feldgehölzes unter Verwendung von heimischen, standortgerechten Gehölzarten zwischen der A 14 und der K 1174n. Das entstehende Strukturangebot soll die Landschaftsbildwirksamkeit der Anschlussstelle Colbitz abmildern. Die ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen A 14 und K 1174n ermöglicht zusätzlich die Entwicklung von artenreichen Extensivgrünland.

Bild 3: An einem Wirtschaftsweg östlich der A 14 wurden u. a. Leitstrukturen für verschiedene Fledermausarten in Form einer Obstbaumreihe angelegt. Maßnahmenziel ist die Sicherung und Lenkung der bestehenden Flugrouten der Fledermäuse zwischen dem angrenzenden feuchten Pappelkomplex und dem nördlich gelegenen Waldrand sowie in Weiterführung zum fledermausgerechten Überführungsbauwerk in der nachfolgenden VKE 1.3.

Bild 4: Anlage eines innovativen Überführungsbauwerkes für Fledermäuse mit einer Breite von 20 m (zuzüglich Wirtschaftswegüberführung) über die A 14. Die angelegten parallel verlaufenden Heckenstrukturen mit innenliegender Schneise direkt auf dem Bauwerk nehmen die Leitstrukturen der vorhanden und neu angepflanzten Obstbäume auf und führen diese fort. Somit wird die bestehende Funktionsbeziehung zwischen den angestammten Lebensräumen im Bereich des Loitscher Weges aufrecht erhalten und ein gefahrloses Überqueren der Autobahn für die Fledermäuse in diesem Bereich möglich.

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Downloadbereich:

Gesamtübersichtskarte A 14

Übersicht A 14 in Sachsen-Anhalt

aktuelle Sachstände der VKE

Projektdatenblätter:

VKE 1.1

VKE 1.2

VKE 1.3

VKE 1.4

VKE 1.5

VKE 2.1

VKE 2.2

VKE 3.1/3.2a

Übersichtslagepläne:

VKE 1.1 1

VKE 1.2 1

VKE 1.3 123

VKE 1.4 123

VKE 1.5 123

VKE 2.1 12

VKE 2.2 123

VKE 3.1/3.2a 12