A 143, Westumfahrung Halle

Die A 143 stellt als Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 13 A 38/ A 143 den Netzschluss zwischen der A 38 Göttingen - Halle (A 9) und der A 14 Magdeburg - Halle her.

Als nordwestlicher Teil des Autobahnringes Halle - Leipzig wird sie die Stadt Halle vom Durchgangsverkehr entlasten und der sektoralen Erschließung des Raumes westlich von Halle dienen. Mit dem Bauvorhaben wird der Autobahn-Doppelring um Halle und Leipzig geschlossen und gleichzeitig das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 13 vollendet.

Die A 143 ist zwischen dem Autobahndreieck (AD) Halle-Süd (A 38) und der Anschlussstelle (AS) Halle-Neustadt (B 80) seit dem 22.10.2004 unter Verkehr (9,0 km). Für den nördlichen, rund 12,6 Kilometer langen Abschnitt der A 143 zwischen der AS Halle-Neustadt (B 80) und dem AD Halle-Nord (A 14) wurde das Baurecht 2005 von der zuständigen Planfeststellungsbehörde erteilt. Die gerichtliche Überprüfung des Planfeststellungsbeschlusses ergab, dass dieser rechtswidrig sei und das Baurecht somit nicht vollzogen werden kann.

Wesentliche Gründe dieser Entscheidung lagen in der nicht ausreichenden Umsetzung der habitatschutzrechtlichen Erfordernisse bei der Projektgenehmigung. Das Bundesverwaltungsgericht stellte fest, dass zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung kein zwingendes Planungshindernis erkennbar war, das einer Fehlerheilung im ergänzenden Verfahren entgegenstünde.

Um für den dringend benötigten Lückenschluss der A 143 Baurecht zu erlangen, werden die vom Bundesverwaltungsgericht beanstandeten naturschutzfachlichen Fragen im Zuge einer fundierten Genehmigungsplanung derzeit aufgrund neuester wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse beantwortet.

Dazu sind die Umweltgutachten anhand der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Daten zu den Schutz- und Erhaltungszielen der betroffenen FFH-Gebiete aktualisiert, das Kompensationsmaßnahmenkonzept angepasst und die Vorgaben aus dem Gebietsmanagement berücksichtigt worden. Die Überprüfung einer Alternative im Raum Dobis-Wettin und die Optimierung der technischen Fachplanung sind erfolgt.

Dazu läuft seit 2009 ein ergänzendes straßenrechtliches Planfeststellungsverfahren. Derzeit wird ein 4. Planänderungs- und Ergänzungsverfahren durchgeführt. Es besteht die Zielstellung, im kommenden Jahr (2017) bestandskräftiges Baurecht für die A 143 zu erlangen, um dann - vorbehaltlich der Bereitstellung der erforderlichen Mittel durch den Bund - zeitnah mit dem Bau beginnen zu können.

Quelle: DEGES GmbH

Das Vorhaben beginnt nördlich der AS Halle-Neustadt (B 80), östlich der Ortslage Bennstedt, quert den Steilhang „Zorges“, die „Muschelkalkhänge westlich Halle“, die Benkendorfer Senke, die Saale und die „Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich Halle“ und endet im Bereich des Anschlusses an die A 14 (Magdeburg – Halle/Saale) am AD Halle-Nord nördlich der AS Halle-Trotha. Ein Anschluss an das nachgeordnete Straßennetz wird über die AS Salzmünde realisiert. Im Zuge der AS Salzmünde wird an die geplante Ortsumfahrung Salzmünde der L 159n angeschlossen, welche Gegenstand einer gesonderten Planung ist.

A 143, Westumfahrung Halle im Kontex zu Natur und Landschaft

Die Verwirklichung der Neubautrasse der A 143 ist mit Eingriffen in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild verbunden. Dabei gilt es, die sich daraus ergebenen Konflikte bereits in einem frühen Planungsstadium zu analysieren und ein darauf aufbauendes Kompensationskonzept aufzustellen. Neben den naturschutzrechtlichen Anforderungen des Arten- und Habitatschutzes auf europäischer Ebene, die in der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-Richtlinie) und der Vogelschutzrichtlinie verankert sind, müssen auch nationalrechtliche Belange des Naturschutzes beachtet werden. Darunter fällt die Eingriffsregelung gemäß Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Verbindung mit den landesspezifischen Regelungen des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (NatSchG LSA).

Unter anderen dienen die im Rahmen der gemäß Artikel 6 Absatz 3 der FFH-Richtlinie in Verbindung mit § 32 BNatSchG durchgeführten FFH-Verträglichkeitsprüfungen erhobenen und ausgewerteten Daten für die von dem Vorhaben betroffenen FFH-Gebiete „Dölauer Heide und Lindbusch bei Halle“, „Muschelkalkhänge westlich Halle“ und „Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich Halle“ als Grundlage für die Entwicklung des naturschutzfachlichen Kompensationskonzeptes.

Den prognostizierten Zerschneidungseffekten im überregionalen Netz der Wanderkorridore größerer Säugetiere als auch den Funktionsbeeinträchtigungen zwischen Lebensräumen von Arten auf regionaler und lokaler Ebene, wird durch Realisierung geeigneter Maßnahmen wirkungsvoll begegnet. Dazu zählen die Anlage von drei Grünbrücken und einer sogenannten Grünspange mit integrierten bzw. anschließenden Irritations- und Kollisionsschutzwänden, die eine möglichst störungsfreie Querung der Autobahn für wandernde Tierarten (u.a. verschiedene Fledermausarten) ermöglichen.

Grünbrücke "Zorges", Quelle: DEGES GmbH, SSF Ingenieure AG

Aus naturschutzfachlicher Sicht stellt die aus der Trassenführung erforderliche Querung des FFH-Gebietes „Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich Halle“, auf einer Länge von ca. 600 Metern, eine besondere Herausforderung dar. Um die dabei unvermeidlichen Eingriffswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild auf ein Minimum zu reduzieren, erfolgte im Rahmen des fortschreitenden Untersuchungs- und Planungsprozesses die Optimierung der A 143-Projektlösung in diesem Bereich. Im Ergebnis dessen werden für alle im Gebiet vorkommenden und von dem Projekt betroffenen prioritären Lebensraumtypen erhebliche Beeinträchtigungen vermieden. Darin eingeschlossen sind auch die Kalk-Trockenrasen mit bedeutenden Beständen der gefährdeten Orchideenart Kleines Knabenkraut (Orchis morio) (LRT*6210). Die betroffenen sonstigen Lebensraumtypen und Biotope profitieren ebenfalls von der Projektoptimierung durch eine verringerte vorhabenbedingte Beeinträchtigung.

Für wandernde Tierarten bedeutet die landschaftsgerechte Überdeckung des Landschaftstunnels die Aufrechterhaltung der gebietsspezifischen Funktionsbeziehungen.

Durch die Umsetzung des Konzeptes der naturschutzfachlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Kombination mit vorgelagerten Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen soll eine größtmögliche Naturverträglichkeit des Projektes erreicht werden. Im Rahmen durchzuführender Kontrollen erfolgt die regelmäßige Überwachung der umgesetzten Maßnahmen.

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Kurzbeschreibung:

 Projektdatenblatt

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